Verantwortlich für die Erzeugung des Tones der Blockflöte ist das Labium (Anblaskante, Schneidekante) Hier wird die durch den Windkanal eingeführte Luft zerteilt und bewirkt das die Luftsäule im inneren des Instrumentes (Innenbohrung und Kopfbohrung) in Schwingungen versetzt wird, wodurch dann der Ton entsteht. Klangfarbe, Obertonspektrum, und Tonhöhe hängen vor allem von der Form und Größe der durch die Bohrung entstehenden Resonanzräume ab.

Aber auch die Schärfe der Schneidekante sowie der Winkel und die Art des Luftstroms sind für die Klangfarbe mit entscheidend. Denn je nachdem in welchem Winkel und mit welcher Dicke und Stärke der Luftstrom auf die Anblaskante trifft verändert sich die Klangfarbe. Der Begriff Labium ist nicht ganz eindeutig definiert, zum einen ist damit häufig die Anblaskante selber gemeint, aber auch die Fläche oberhalb der Schneide wird häufig als Labium bezeichnet. In jedem Fall spielt das Labium selbst bei der Klangerzeugung die wichtigste Rolle. Sie teilt den Luftstrom und leitet ihn dadurch abwechselnd nach außen und in das innere der Blockflöte.

Der „Block“ von dem die Flöte Ihren Namen hat bezeichnet einen Abschnitt im Schnabel der Flöte der den Windkanal zum Labium bildet. Der Block wird in der Regel aus Zedernholz hergestellt. Das Holz hat gute Eigenschaften bezüglich Ihrer Feuchtigkeitsaufnahme und ist deshalb so beliebt beim Bau von Blockflöten. Die Feuchtigkeit die im Windkanal, der sogenannte Kernspalt, entsteht wird von dem Holz bis zu einem gewissen Grad aufgesaugt, und vermindert somit die Gefahr der Tröpfchenbildung. Die Flöte bleibt länger spielbar ohne „Heiser“ zu werden.

Tonhöhe

Die Tonhöhe wird in der Blockflöte durch die Länge der Luftsäule bestimmt. Sind alle Löcher offen so strömt die Luft gleich aus dem ersten Loch heraus. Die Luftsäule in der Blockflöte selber ist dann sehr kurz und der Ton somit hoch. Sobald das obere Loch geschlossen wird verlängert sich die Luftsäule und der Ton erklingt tiefer. Wenn alle Löcher geschlossen sind, ergibt sich die längste Luftsäule und somit der tiefste Ton.

Klang

Der Klang wird durch viele Faktoren beeinflusst, ein großer Faktor ist der Blockflötist selbst. Die Art und Weise, wie der Luftstrom in das Instrument gelang ist dabei sehr entscheidend, auch der Mundinnenraum hat einen großen Einfluss auf den Klang. Die Stellung der Zunge, Kehlkopf und Unterkiefer sowie die Spannung und Form der Lippenmuskulatur, haben maßgeblichen Einfluss auf die Klangqualität. Geübte Musiker sind in der Lage den Klang nach Ihren Vorstellungen zu ändern und zu formen.

Doch auch das Material und die Verarbeitung des Instruments sind entscheidende Klangfaktoren. Sogar die Bohrung der Tonlöcher wird für die optimale Klangfindung verändert. Je nach Einsatzgebiet haben fortgeschrittene Blockflötisten mehrere Blockflöten um klangliche Präferenzen erfüllen zu könnnen. So verlang ein Soloinstrument einen tragenden und durchsetzungsfähigen Klang, während im Ensemble Spiel die Mischfähigkeit im Vordergrund steht.