Am Brunnen vor dem Tore – Text und Noten für Blockflöte

Das bekannte Volkslied “Am Brunnen vor dem Tore” heißt eigentlich “Der Lindenbaum”. Über das Lied selbst gibt es zahlreiche Inhalts- und Textinterpretationen. Es ist sowohl als Kunst- als auch als Volkslied bekannt geworden. Die Vertonung des Gedichtes von Wilhelm Müller übernahm Franz Schubert. Manchmal wird es auch Friedrich Silcher zugeschrieben, dieser übernahm aber “lediglich” die Bearbeitung der Melodie, welche dann als Volkslied sehr populär wurde.

Unsere Duett Variante ist in G-Dur gesetzt. Vom Tonumfang ist es gar nicht wirklich so schwer, aber die Rhythmik und vor allem der künstlerische Ausdruck verlangen dem versierten Blockflötisten doch schon einiges ab. Es sollte aber auch nicht so bierernst genommen werden. Wenn sich Kinder finden die das Lied fehlerfrei spielen können dann sollte man das auch tun. Kunst hin oder her.

Am Brunnen vor dem Tore Text

Der Text besteht aus 6 mehr oder weniger bedeutungsschwangeren Strophen. Die erste Strophe kriegen viele noch ohne Unfall hin, spätestens ab der dritten Strophe aber trennt sich die Spreu vom Weizen und Menschen die alle 6 Strophen kennen, bzw. überhaupt wissen das es sechs Strophen gibt, findet man meist eher im Alter 55 aufwärts. Grund genug also die hier noch mal zu veröffentlichen. Rettet das Volkslied!

Am Brunnen vor dem Thore
Da steht ein Lindenbaum:
Ich träumt’ in seinem Schatten
So manchen süßen Traum.

Ich schnitt in seine Rinde
So manches liebe Wort;
Es zog in Freud und Leide
Zu ihm mich immer fort.

Ich mußt’ auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht,
Da hab’ ich noch im Dunkel
Die Augen zugemacht.

Und seine Zweige rauschten,
Als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle,
Hier findst Du Deine Ruh’!

Die kalten Winde bliesen
Mir grad’ in’s Angesicht;
Der Hut flog mir vom Kopfe,
Ich wendete mich nicht.

Nun bin ich manche Stunde
Entfernt von jenem Ort,
Und immer hör’ ich’s rauschen:
Du fändest Ruhe dort!

Über das Lied “Am Brunnen vor dem Tore”

Man nehme einen Brunnen, ein Lindenbaum, einen Hut und baut noch eine Wanderung ein, und schon ist das Volkslied perfekt. Symbole die in der Volksmusik sehr häufig vorkommen. Mein Hut der hat drei Ecken, Das Wandern ist des Müllers Lust, Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde, um nur einige der Volkslieder zu nennen, welche diese Symbolik aufgreifen.

Am Brunnen vor dem Tore oder besser “Der Lindenbaum” vereint diese Symbole in einem Gedicht und schon kann der große Interpretationswettbewerb starten. Allein die Mehrdeutigkeit des Brunnens würde den Rahmen unseres Artikels sprengen, daher überlassen wir das den Experten bei Wikipedia und widmen uns der Entstehung der Melodie.

Schubert schrieb die Musik zum “Lindenbaum” als Lied für hohe Männerstimme mit Klavierbegleitung. Geschrieben hat er das Stück mit einer Reihe anderer Lieder im Rahmen des Zykluses “Winterreise”. Entstanden ist es im Jahr 1827 und wurde im gleichen Jahr auch vor Freunden Schuberts aufgeführt. Schubert selbst sagte dem Freiherrn Joseph von Spaun

Komme heute zu Schober, ich werde Euch einen Zyklus schauerlicher Lieder vorsingen.

Franz Schubert

Wie schauerlich das war, ist nicht weiter überliefert.

Populär wurde das Lied aber erst durch die Bearbeitung von Friedrich Silcher, die er im Jahre 1846 für vier Männerstimmen machte. Durch dieses Arrangement wurde “Am Brunnen vor dem Tore” vom Kunstlied zum Volkslied und erlangte in der damaligen Zeit eine enorme Bekanntheit. Es wurde in vielen Schul- und Chorbüchern abgedruckt. Die Vereinfachung der Melodie durch Silcher beschreibt er selbst.

Nach Franz Schubert zu einer Volksmelodie umgearbeitet von F.S.

Friedrich Silcher

Am Brunnen vor dem Tore – Im Überblick

Titel: Der Lindenbaum (Am Brunnen vor dem Tore)
Entstehung: 1827
Komponist: Franz Schubert
Texter: Wilhelm Müller
Strophen: 6
Tonart: G-Dur (Original in E-Dur)
Besonderheiten: Gut geeignet für die Entwicklung von Ausdruck und Klangvolumen. Sowohl als anspruchsvolles Vortragsstück, also auch für volkstümliche Darbietung geeignet.

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