Hoch auf dem gelben Wagen

Die Melodie zum Volkslied Hoch auf dem gelben Wagen, stammt von einem Berliner Apotheker namens Heinz Höhne. Sie wurde auf die Textgrundlage eines Gedichtes aus den 1870er Jahren verfasst, welches das Leben als eine Reise in einer Postkutsche beschreibt. Große Popularität erreichte das Lied durch einen Vortrag des damaligen Bundesaußenministers Walter Scheel.

Unsere Variante ist in F-Dur gehalten und enthält sowohl die Töne b und h. Eine Duett Version haben wir nicht erstellt da sich der Tonumfang von „Hoch auf dem gelben Wagen“ für ein einfaches Blockflötenduett nicht besonders gut eignet.

Hoch auf dem gelben Wagen Liedtext

Heutige Variante bekannt geworden durch Bundesaußenminister Walter Scheel

Hoch auf dem gelben Wagen
sitz ich beim Schwager vorn.
Vorwärts die Rosse traben,
lustig schmettert das Horn.
Felder, Wiesen und Auen,
leuchtendes Ährengold –
ich möcht so gerne noch schauen,
aber der Wagen der rollt.

Postillon in der Schenke
füttert die Rosse im Flug.
Schäumendes Gerstengetränke
reicht der Wirt mir im Krug.
Hinter den Fensterscheiben
lacht ein Gesicht so hold.
Ich möcht so gerne noch bleiben,
aber der Wagen der rollt.

Flöten hör ich und Geigen,
lustiges Bassgebrumm.
Junges Volk im Reigen
tanzt um die Linde herum,
wirbelt wie Blätter im Winde,
jauchzet und lacht und tollt.
Ich blieb so gern bei der Linde,
aber der Wagen der rollt.

Ursprungsfassung des Gedichtes unter dem Titel „Der Wagen rollt“ von Rudolf Baumbach

Hoch auf dem gelben Wagen
Sitz’ ich bei’m Schwager vorn.
Vorwärts die Rosse jagen,
Lustig schmettert das Horn.
Berge und Wälder und Matten,
Wogendes Aehrengold. —
Möchte wohl ruhen im Schatten,
Aber der Wagen rollt.

Flöten hör’ ich und Geigen,
Kräftiges Baßgebrumm;
Lustiges Volk im Reigen
Tanzt um die Linde herum,
Wirbelt wie Laub im Winde,
Jubelt und lacht und tollt. –
Bliebe so gern bei der Linde,
Aber der Wagen rollt.

Postillon an der Schenke
Füttert die Rosse im Flug;
Schäumendes Gerstengetränke
Bringt uns der Wirth im Krug.
Hinter den Fensterscheiben
Lacht ein Gesichtchen hold. –
Möchte so gern noch bleiben,
Aber der Wagen rollt.

Sitzt einmal ein Gerippe
Hoch auf dem Wagen vorn,
Trägt statt Peitsche die Hippe,
Stundenglas statt Horn –
Ruf’ ich: „Ade ihr Lieben,
Die ihr noch bleiben wollt;
Gern wär’ ich selbst noch geblieben,
Aber der Wagen rollt.“

Über das Lied „Hoch auf dem gelben Wagen“

Der Dichter Rudolf Baumbach schuf viele rhythmisch geformte Werke, die aber dennoch in einer sehr einfachen und verständlichen Sprache verfasst sind. Dadurch wurden viele seiner Werke auch vertont. Auch seine Märchen sind heute noch recht bekannt. Das Lied Hoch auf dem gelben Wagen ist aber sein heute wohl berühmtestes Gedicht und entstand um das Jahr 1870 herum. Das Gedicht entstand unter dem Titel „Der Wagen rollt“. Dies ist eine Metapher für das dahinfließende Leben, man könnte auch sagen: „Das Leben geht weiter“. Der Text ist sehr lebensbejahend und eher fröhlicher Natur, auch die vierte Strophe, die eigentlich vom Tod handelt, ist eher lustiger Natur.

Große Popularität erreichte das Lied aber erst Anfang der 70er Jahre, als der damalige Bundesaußenminister Walter Scheel das Lied in einer Fernsehshow zugunsten wohltätiger Zwecke sang. Diese Version ist auch als Schallplatte erschienen und hielt sich 15 Wochen in den deutschen Singlecharts. Die beste Platzierung war damals Position 5. Den ganz großen Erfolg erlebte der Komponist Heinz Höhne aber nicht mehr, er starb bereits im Jahr 1968. Die Originalnoten und Arrangements sind beim Musikverlag Richard Birnbach GmbH & Co. KG erschienen

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