Wozu die Stützfingertechnik? Was ist das? Fortgeschrittene Spiele stoßen irgendwann an den Punkt wo sich die Blockflöte als eines er schwierigsten zu meisternden Instrumente entpuppt. Stücke in höheren Schwierigkeitsgraden werden zur Qual und es erscheint unspielbar. Besonders, schnelle Abfolgen von Gabelgriffen bringen die verschiedensten teils auch absurde Techniken hervor die einem flüssigen Spiel eher im Wege stehen. Die Schule für die Altblockflöte von Franz Julius Giesbert nimmt sich genau dieser Problematik an in dem sie sich ausdrücklich auf eine Technik konzentriert die im Barock einen weitaus höheren Verbreitungsgrad hatte als heute. Dabei wird der rechte Ringfinger als Stützfinger genutzt und gibt der Flöte zusätzliche Stabilisierung.

  • Autorin: Franz Julius Giesbert
  • Verlag: Schott Music GmbH & Co KG, Mainz
  • Seiten: 79
  • ISBN-13 : 979-0001038300
  • Sonstiges: Format DinA 4
  • Griffweise: barock

Über das Buch “Schule für die Altblockflöte”

In seiner Publikation “Die barocke Griffweise bei Blockflöten gestern und heute” geht Nikolaj Tarasov auch auf die Unterschiede alter und moderner Griffbilder ein und erläutert auch ausführlich die Stützfingertechnik.

Stützfingertechnik: Bei recht vielen barocken Grifftabellen fällt unter den schematisierten Griffbildern ein Phänomen auf, welches darin besteht, dass bei einigen Tönen des
ersten Registers der Ringfinger der unteren Spielhand auf dem Griffloch liegen bleibt,
auch wenn dies für eine unmittelbare Beeinflussung der Tonhöhe nicht unbedingt erforderlich wäre. Betroffen sind Töne, die essenziell durch die obere Spielhand erzeugt
werden, aber scheinbar noch zusätzlich durch den besagten Ringfinger eine Art Stabilisierung erhalten. Der Sinn dieser Technik wird in den alten Quellen nicht näher erläutert. Erst der bereits erwähnte Giesbert setzt sich in seiner Schule für die Altblockflöte von
1937 systematisch damit auseinander und bezeichnet das Phänomen als »Stützfingertechnik«. Die

Nikolaj Tarasov – Die barocke Griffweise bei Blockflöten gestern und heute

Die Schule für die Altblockflöte von Franz Julius Giesbert nimmt sich dieser Grifftechnik an und bezieht sich in allen Stücken vornehmlich dieser Griffweise. In den Ausführungen geht Giesbert auch erklärend auf die Thematik ein und gibt viele nützliche Hinweise und Tipps um auftretende Probleme zu umgehen. Schon im Vorfeld erläutert Gisbert auch schon die Sinnhaftigkeit und Logik die hinter dieser Technik steckt.

Es ist eine häufige Beobachtung, daß Spieler immer wieder versuchen, der Flöte mehr Halt zu geben dadurch, daß sie den kleinen Finger der rechten Hand auf das Fußstück stützen oder den rechten Ringfinger an das Flötenrohr legen, ja manche schieben den kleinen Finger der linken Hand unter das Rohr, andere gar alle unbeschäftigten Finger, besonders die drei unteren der rechten Hand; kurz, es zeigt sich ganz klar das Bedürfnis nach einem weiteren Stützfinger. Dadurch, daß nun der rechte Ringfinger diese Funktion erhält, sind wir aus allen Nöten. Zudem macht uns dieser liegende Ringfinger auch den Grundton der Flöte, das tiefe f, viel leichter erreichbar, denn das System ist so ausgedacht, daß das Griffloch des rechten Ringfingers fast immer geschlossen bleibt, es öffnet sich bei den 18 Tönen der ersten 1½ Oktaven von f’ bis b” nur zweimal, und zwar für das tiefe und das hohe a. Die Gabelgriffe verlieren ihre Schwierigkeit und ergeben sich ganz natürlich. Abgesehen von diesen grifftechnischen Vorteilen ergibt sich auch eine reinere Intonierung der ›Halbtöne‹ und dadurch ein leichteres Musizieren in entfernteren Tonarten.

Franz Julius Giesbert: Schule für die Altblockflöte, S. 3

Das Notenmaterial bezieht sich direkt auf diese Technik und enthält vor allem Literatur aus dem Barock sowie zahlreiche Übungen um die Fingertechniken zu vertiefen. Dabei sind alle Stücke und auch Übungen mit einer zweiten Stimme versehen, die ad libitum dazu gespielt werden kann. Somit eignet sich das Werk auch sehr gut für das Selbststudium oder einer Erkundung der Technik durch zwei Personen.

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Verlagsinfo

Der Lehrgang berücksichtigt die alte Stützfingertechnik, welche die schwierigen Gabelgriffe erleichtert und deshalb besonders geeignet ist, den Spieler an die schwierige Literatur heranzubringen. Die Schule bringt alte Stücke, und seien es die kleinsten Übungen, in Duettform; sie wird dadurch besonders lebendig und unterhaltsam. Die zweite Stimme ist jedoch ad lib., so dass auch eine Verwendung der Schule im Selbstunterricht möglich ist. In einem Anhang werden im ersten Teil 77 Übungen zur Förderung der Finger- und Zungentechnik gebracht, die teilweise alten Originalwerken entnommen sind, und im zweiten Teil als besondere Kostbarkeit 15 technisch interessante und musikalisch hervorragende Solostücke von Meistern des 18. Jahrhunderts.
Schwierigkeitsgrad: 1-3

Schott Verlag

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2021-04-05

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